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Tonkabohne

Aromatischer Samen des Tonkabaums

Etwas länger als eine Mandel ist die Tonkabohne mit ihrem betörenden süßlich-vanilliartigem Duft. Sie ist der Samen des Tonkabohnenbaums (Dipteryx odorata), der in Venezuela, Guyana, Französisch-Guyana, Kolumbien, Peru, Kenia und Nigeria beheimatet ist.

Die Bohne sitzt innerhalb der etwa birnengroßen Tonkafrucht und ist ähnlich wie Nüsse relativ hart. In getrocknetem Zustand hat sie eine Länge von 2-3 cm und wiegt etwa 5 Gramm. Durch die Fermentierung des Samens färbt sich die Schale der Tonka dunkelbraun bis schwarz.

Zum Räuchern kann ein Stück der fast schwarzen Tonkabohne mit dem Mörser zerstoßen oder mit einer Muskatreibe abgerieben werden. Der Duft ist süß und ähnelt sehr der gefälligen Vanille. Obwohl die meisten Menschen die Tonkabohne nicht kennen, begegnen wir ihr im Alltag häufig.

Ernte der Tonkabohne

Hauptsächlich stammt die aromatisch duftende Bohne aus Venezuela und Nigeria. Der Tonkabohnenbaum wächst bis zu einer stattlichen Höhe von etwa 30 Metern heran. Sind die Früchte reif, fallen sie herab, aufgelesen, aus dem Fleisch der Tonka herausgelöst und getrocknet. Das Fruchtfleisch selbst ist geschmacklos, die Bohnen werde mehrere Monate getrocknet, bis sie ihr typisches Aussehen erhalten.

Tonkabohne in Desserts und Parfüm

Die kernartige Tonkabohne schmeckt und duftet süßlich und erinnert an Geschmack und Geruch einer Vanilleschote, entwickelt auf der Zunge ebenfalls ein leicht scharfes Aroma und erinnert an Mandelduft und Amarettolikör. Die Konsistenz ist vergleichbar mit dem einer Mandel. Ihr Duft ist von warmen und erotisierenden Noten geprägt und wird allgemein als wohlduftend empfunden.

Für Desserts kann etwas der Tonkabohne abgerieben werden oder die Bohne wird in Milch ausgekocht, die später zur Herstellung einer Süßspeise verwendet wird. Geriebene Tonka kann in Speiseeis, Sahne, Pudding oder ähnliche Süßspeisen gemischt werden, schmeckt sehr lecker in Obstkompott, Erdbeeren, Marmelade und überall dort, wo Vanille eine aromatische Zutat ist.

Ist Tonka giftig?

Tonkabohne enthält Cumarin; ein Stoff, der als bedenklich gilt, wenn er in zu großen Mengen konsumiert wird. In geringen Mengen entfaltet er Wohlaromen in Parfum, wurde zum parfümieren von Tabak genutzt und findet in Kosmetik Backwaren Anwendung. Aufgrund der geschmacklichen Nähe zu Vanille wird das Cumarin auch als Mexikanische Vanille benannt.

Die tolerierte Tagesdosis Curmarin liegt bei 0,1 mg/kg Körpergewicht. Ähnlich verhält es sich bei Zimt und Waldmeisterblättern. Der Cumaringehalt in der Tonka beträgt etwa 1-3 Prozent. Durch das Einlegen in Rum wird der Cumaringehalt in der Tonkabohne reduziert. Danach erfolgt die Fermentierung, wodurch sich der typische Duft der Tonkabohne erst bildet.

Letztlich ist nicht von einem gravierenden Risiko auszugehen, wenn man die Tonkabohne räuchert. Für eine harmonische Räuchermischung genügt es, ein kleines Stück der Tonka abzureiben und mit anderen Räucherwaren zu mischen.

In Geschmack und Duft ist Tonka sehr intensiv, daher ist eine übermäßige Verwendung oft zuviel des Guten und daher ist auszuschließen, dass ein Überkonsum und somit eine Aufnahme Cumarins in bedenklichem Ausmaß über die Tonkabohne erfolgt. Im Lebensmittelbereich gilt als empfohlene Höchstgrenze pro 1 kg Lebensmittel 2 Milligramm Cumarin.

Wirkung der Tonkabohne

Eingeborene Indianer nutzen die Bohnen, um sie als Heilungsmittel gegen Krankheiten einzusetzen. Ein Extrakt aus Tonkabohne soll Übelkeit, Krämpfe, Ohrenschmerzen, Erkrankungen der Atemwege (Asthma, Bronchitis, Husten) lindern und das Herz stärken.

Der Geruch des ätherischen Öls gilt als harmonisierend, beruhigend, aufhellend und deshalb findet sich Tonka sehr häufig in Parfüms wieder. Tonkaduft ist betörend, sinnlich, stresslindernd, entspannend, löst Anspannung und Nervosität und wirkt gegen Schlafstörungen.

Tonkabohne räuchern

Zum Kennenlernen des Tonkaduftes können Sie ein kleines Stück Tonka auf die mit Sand berieselte Kohle legen. Ihr samtig-würziger Vanilleduft macht sich sofort breit und reicht ein Gläschen Amaretto hinzu. Das Verräuchern einzelner Harze, Kräuter und Blüten möchte ich Ihnen ohnehin empfehlen, um die Düfte kennenzulernen. Sie werden ein Gespür dafür entwickeln, zu welchem Räucherwerk die Tonkabohne besonders gut passt. Tonka lässt sich am besten gemahlen räuchern. Die würzig-süße Bohne wird kurz vor der Räucherei auf einer kleinen Reibe abgerieben, so bleiben die intensiv duftenden ätherischen Öle erhalten.

Sandelholz rot

Das betörende Holz vom Sandelbaum

Ein seltenes Holz zum Verräuchern ist Sandelholz rot (amyris balsamifera), bei dem es sich um ein so genanntes Farbholz handelt. Neben dem roten gibt es auch gelbes und weißes Holz. Die verschiedenfarbigen Hölzer unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch in ihrer Herkunft. Weißes und Gelbes Sandelgehölz stammt überwiegend vom Santanum album, welcher hauptsächlich auf den Sundainseln angesiedelt ist.

Das Rotholz  (Santalum rubrum) wird von großwachsenden Bäumen namens Pterocarpus santalinus gewonnen, die Hülsenfrüchte tragen. Diese Bäume wachsen in Ceylon und Ostindien und sein rotes Duftholz wird für die Haute Parfumerie, Räucherkerzen und zum Verräuchern als Holzstücken oder vermahlenes Pulver verwendet. In Indien verehrt man die Sandelzholzbäume als heilig.

Gelbe und weiße Hölzer werden überwiegend als Nutzholz für die Möbelindustrie genutzt. Sandelholz rot findet zwar ebenfalls Verwendung als Möbelholz, allerdings wird das Rotholz in beachtlichen Mengen als Räucherwerk gebraucht.

Die Bezeichnung Sandelholz ist ein zusammenfassender Begriff für die unterschiedlichen Hölzer der Bäume der Gattung Santalum, daher wird das duftende Holz unter diversen Namen besprochen und gehandelt. Z. B.

  • Santelholz
  • Santalholz
  • lignum santalinum
  • bois de santal
  • sandelwood

Santalin, so heißt der wichtigste Farbstoff, der Sandelholz rot färbt.

Aufgrund seiner intensiven Nutzung zum Möbelbau ist der Bestand drastisch zurückgegangen und somit zählt Sandelholz rot zu einem eher seltenen und auch teureren Holz. Der signifikante Duft des indischen Holzes bildet sich erst, wenn der Baum über 25 Jahre alt ist. Das Rotholz (Pterocarpus santalinus) wurde traditionell in China für die Herstellung von Sandelholzmöbeln verwendet. Um dieses Kunsthandwerk vor dem Aussterben zu bewahren, wurde eigens ein Museum für rotes Sandelholz gegründet.

Der Duft von Sandelholz rot

Sandelhölzer duften warm, aromatisch holzig und nehmen dabei eine phantastische balsamisch-süße Note an. Die Süße ist angenehm, der Gesamteindruck des Dufts samtig-weich. Der Duft des Sandelholzes ist wundervoll. Sandelholz rot duftet nicht so intensiv wie etwa das weiße. Ich liebe es in allen Variationen und bin mit dieser Leidenschaft nicht alleine. Sandelholz rot ist wie Balsam für die Seele. Es ist gefällig, edel und wohltuend. In der ayurvedischen Medizin spielt Sandelholz rot daher eine bedeutsame Rolle und beim Räuchern.

Sandelholzduft ist von Männern gerne in einem Parfüm getragen und wird von Frauen besonders gerne gerochen. Neueste Studien zeigen, dass der Geruch des Sandelholzes dem eines männlichen Hormons sehr ähnelt

Wirkung Sandelholzöl

Das Räucherholz gilt als allgemein wohltuend, energetisierend, konzentrationsfördernd und wirkt auf psychosomatischer Ebene. Es kann dabei unterstützen, Depression, Unruhe und Schlaflosigkeit zu lindern, wirkt allgemein beruhigend. Sandelholzöl lindert ebenfalls bei körperlichen Beschwerden wie entzündeter Darm, Durchfall und hilft bei Asthmabeschwerden.

Sandelholz rot wird in Form von ätherischem Öl zur äußerlichen oder inneren Anwendung genutzt und kann als Holz zum Räuchern genutzt werden. Innerlich hilft es bei Hautproblemen, Problemen mit dem Magen und Darm sowie bei Erkältungen. Äußerlich kann es ebenfalls bei Hautproblemen und Juckreiz Anwendung finden.

Räuchern mit Sandelholz rot

Ätherisches Sandelholzöl ist ein beliebt, um es in der Duftlampe zu erwärmen. Hierbei entfaltet es natürlich seinen wohlig warmen und samtweichen Duft. Beim Räuchern von Sandelholz rot kann dieses Aroma nochmals gesteigert werden. Es werden entweder feine Holzspäne oder Sandelholzpulver auf die glühende Räucherkohle gelegt. Sandelholz rot kann natürlich in Räuchermischungen eingegeben werden, denn es harmoniert mit zahlreichen Harzen, Pflanzen und Kräutern. Hervorragende Duftkombination ergeben sich beispielsweise mit Benzoe, Jasmin, Rosen und Weihrauch sowie Gewürzen wie Koriander, Nelke, Muskatnuss, Zimt, Salbei und Thuja.

Möchten Sie mit rotes Sandelholz räuchern, können Sie es als Einzelräucherung verwenden, oder wie bereits mit anderen Harzen, Hölzern und Pflanzenteilen mischen. Zum Mischen bietet sich Sandelholz rot Pulver an, für die Einzelräucherung sind Plättchen oder Chips eher zu empfehlen.